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der CDU Aumühle seit 1946 online!
(Inhalt Stand 1996)

1946 - 1996:  50 Jahre CDU Aumühle

Das Frühjahr 1946 war für Deutschland nach dem verlorenen Hitlerkrieg die vielleicht schwerste Zeit seiner Geschichte. Das Land war besetzt, die Städte zerstört, die Wirtschaft vernichtet. Millionen Flüchtlinge waren aufzunehmen. Es gab Lebensmittelkarten, die den Hunger nicht stillten, und hatte Brennstoffzuteilungen gegeben, die die Wohnungen nicht wärmten. Niemand wusste, wie und wann das Elend zu beseitigen sei. Und doch war es zugleich die Zeit der Hoffnung auf eine künftige demokratische Eigenständigkeit. Überall keimte neues politisches Leben. Vor allem der Zusammenschluss der bürgerlichen Mitte in einer einzigen Partei, der Christlich Demokratischen Union, die Protestanten und Katholiken vereinte einschließlich des früheren Zentrums und dabei in ihrem Programm geleitet war von den christlichen Wertvorstellungen, erregte Aufsehen und gab Hoffnung. Im ganzen Land wurden in dieser Zeit, vor 50 Jahren, die ersten Kreis- und Ortsverbände der CDU gegründet, nachdem eine "Gesamtdeutsche" CDU und Landesverbände schon in 1945 entstanden waren. Auch nach Aumühle, wo Flüchtlingselend und wirtschaftliche Not ebenfalls groß waren, hatte sich trotz aller Kommunikationsschwierigkeiten die Formierung dieser neuen Partei herumgesprochen. Einige Männer und Frauen der ersten Stunde hatten sich schon in einem sympathisierenden Gesprächskreis zusammengefunden, unter ihnen Walter Schütte, Gustavo de Vivanco, Heinrich v. Minden und Ernst Neumann, die bereits in den noch von den Engländern ernannten kommunalpolitischen Gremien mitwirkten, Walter Schütte dabei als Bürgermeister. Erkundigungen in Mölln und Geesthacht führten schließlich Anfang Juni 1946 - der genaue Tag ist nicht dokumentiert - zur Gründung eines Ortsverbandes Aumühle-Wohltorf der CDU. Die ersten Mitglieder waren die Damen Dr. Ilse Hoffmann, Grete Niemeyer, Annemarie Steffan, Brigitte Sterzel und Hedwig de Vivanco sowie die Herren Gustavo de Vivanco, Walter Schütte, Dr. Rudolf Brinckmann, Hans Siemers, Bernhard Schmidt, Fritz Wegat, Heinrich von Minden, Dr. Fritz Hermannsdorfer und Ernst Neumann. Wenig später stieß Kurt Zoellner hinzu; er ist der heute einzig Überlebende aus diesem Kreis der ersten Mitglieder. Den Vorsitz übernahm Hans Siemers. Die Gründung des Ortsverbandes war u. a. auch erfolgt, weil die bürgerlichen Kreise im Ort der schon neu formierten, sehr aktiven SPD bei den für Herbst 1946 vorgesehenen ersten Kommunalwahlen eine starke bürgerlich Kraft entgegensetzen wollten. Entsprechend aktiv waren die Gründer. In der erstaunlich kurzen Zeit von Juni bis zum 15. September 1946, dem Wahltag, konnten sie die CDU für beide Orte auf eine in dieser politikentfremdeten Zeit sehr hohe Zahl von 55 Mitgliedern bringen, eine ganz außerordentliche Leistung. Entsprechend gut war dann auch das Wahlergebnis: CDU 11 Sitze, SPD 4 Sitze. Paul Lamp'l, die führende Kraft der SPD, war sich seiner Sache so sicher gewesen, dass er auf der Liste nicht abgesichert war, in seinem Wahlkreis nicht gewann und nun draußen vor blieb. Bürgermeister wurde Dr. Fritz Herrmannsdorfer, CDU, Rechtsanwalt und Notar aus Berlin, hier als Flüchtling lebend. Als es zwei Jahre später, im Oktober 1948, wieder Kommunalwahlen gab, zog die CDU mit sieben und die ihr in Listenunion verbundene FDP mit drei Sitzen in den Gemeinderat ein, die SPD erhielt vier Sitze. Zum Bürgermeister wurde wieder Dr. Herrmannsdorfer gewählt. 1950, nach Änderung der Kommunalordnung, war er Aumühles erster Bürgervorsteher. Er amtierte bis zur Wahl im April 1951 und hat sich während dieser ganzen Zeit große Verdienste um Aumühle erworben. Mit seiner Tatkraft und seinem Sachverstand war er die beherrschende Persönlichkeit in Aumühles politischem Leben. Die Wahl 1951 war eine Zäsur: Der erstmals kandidierende BHE (Bund der Heimatvertriebenen und Entrechteten) gewann aus dem Stand zehn Sitze, während die CDU nur vier, SPD zwei und FDP einen Kandidaten durchbrachten. Es begann mit Führung der Politik durch den BHE im Ort eine Zeit großen Unfriedens, der Zerstrittenheit und auch des Misstrauens. Folgerichtig brachte die Wahl vom April 1955 eine völlige Umkehr der Verhältnisse: CDU wieder sechs Sitze, die aus Unbehagen gegen die bestehenden Parteien neu gegründete UWG sieben Sitze, SPD und FDP je zwei. Bürgervorsteher wurde zunächst Siegfried Kampf, CDU, wenige Monate später der erstmals in den Gemeinderat gewählte Kurt Zoellner, CDU. Damit begann eine lange Zeit kontinuierlicher, erfolgreicher Arbeit für Aumühle. Das unvergessene Gespann Kurt Zoellner - Hans Rösler (ab 1959, Fraktionsvorsitzender CDU) bestimmte in loser Kooperation mit der SPD die Entwicklung im Ort, wobei Bm. Aisleben als weiterer Motor nicht unerwähnt bleiben darf. Die Wahlen 1959, 1962 und 1966 brachten der CDU sieben, acht und acht Sitze, die SPD blieb bei drei Sitzen, die UWG (1959 unter der Flagge FDP) bei sechs Sitzen. Der BHE erhielt 1959 noch einmal einen Sitz, dann löste er sich auf. Kurt Zoellner wurde nach allen drei Wahlen als Bürgervorsteher bestätigt, während der meisten Zeit führte er zugleich als erster Vorsitzender den Ortsverband der CDU. Wichtige Kommunalvorhaben wurden durchgesetzt: umfangreicher gemeindlicher Wohnungsbau, Schule, Bau der Schnellstraße über Silk nach Reinbek-Hamburg, erste Bebauungspläne, Elektrifizierung der S-Bahn bis Aumühle, Straßenbau, Park- und Rideplätze, Errichtung des Gymnasiums Wentorf, Prozessführung gegen Bebauung Krabbenkamp, Weichenstellung für Sportplatzbau, Sport- und Jugendheim sowie Bebauung Am Kiefernschlag-Rehkoppel und vieles andere mehr. Mit ihren kommunalpolitischen Informationsblättern, heute den entsprechenden Seiten in ?Aktuell", sorgt die CDU seit dieser Zeit zugleich für umfassende Information unserer Bürger. Auch bundespolitisch war der Ortsverband u. a. mit der Arbeitsgruppe Bundespolitik sehr aktiv, viele interessante Redner fanden den Weg nach Aumühle. Bei Bundes-, Landes- und Kreistagswahlen erwies sich Aumühle stets als starke Burg der CDU mit in der Regel mehr als 50 Prozent der Stimmen. Diese eher friedliche, produktive Zeit fand mit der Kommunalwahl April 1970 ihr Ende. Von der 68er Kulturrevolution war auch Aumühle nicht verschont geblieben. Der Wahlkampf war geprägt von Dissonanzen. CDU und UWG zogen erstmals mit je sieben Sitzen gleich, die SPD blieb bei drei Sitzen. Wichtiger noch: eine neue SPD-Generation im Gemeinderat wählte nicht mehr einen CDU-Bürgervorsteher, sondern den UWG-Kandidaten Dr. Karl Voigt. Nach 20!jähriger Tätigkeit im Gemeinderat, davon 16 Jahre ununterbrochen und 14! Jahre als Bürgervorsteher, schied Kurt Zoellner im März 1971 aus. 1974 wurden dann die alten Verhältnisse wieder hergestellt: 8:6:3. Der folgende Text solte gestrichen, korrigiert und ergänzt werden Obwohl parlamentarischem Brauch widersprechend, wonach die stärkste Fraktion den Bürgervorsteher stellen soll, wählten UWG und SPD erneut Dr. Voigt. 1978 kandidierte Dr. Voigt nicht mehr, seitdem stellte die CDU bis heute wieder den Bürgervorsteher, erst Reimar Völckers, nach dessem frühen Tod im Dezember 1979 zunächst bis 1982 Dr. Peter Ladendorf, danach Niels Braun, dieser nun schon 14 Jahre lang. An Sitzen blieb die CDU in den vier Wahlen von 1978 bis 1990 vorn: dreimal acht und 1990 (mit Überhangmandaten) neun Sitze. Die UWG verlor: 6, 6, 5, 5, während die SPD von drei auf fünf Sitze anstieg. Es wurde in diesen Jahren auf Initiative oder unter Mitwirkung der CDU wiederum viel für Aumühle getan: Bau weiterer (altengerechter) Wohnungen am Weidenstieg, Verkauf der Gemeindewerke an die Schleswag mit Gründung der Stiftung Aumühle, Verkauf der gemeindeeigenen Häuser Bürgerund Ernst-Anton-Straße an die Mieter (diese Häuser, einst bauliche Problemfälle, sind heute im Privateigentum kleine Schmuckkästchen geworden), Aufsiedelung der ?Koppel", Erweiterung Sport- und Jugendheim, Kanalisation, Bau des Augustinum (gegen zunächst z. T. großen Widerstand der anderen Parteien), 2. Turnhalle und vieles andere mehr. Auch der Rückschlag bei der Gemeindewahl 1994 durch, so CDU-Sicht, unlauteren Wahlkampf der UWG mit nur noch sechs Sitzen für die CDU (6 UWG, 5 SPD), lässt die CDU in ihrer führenden Arbeit für den Ort nicht erlahmen. Unverändert liegt die CDU mit ihren Anteilen bei Bundes-, Landes- und Kreiswahlen im gesamten Kreis vorn und ist auch bei den Kommunalwahlen nach wie vor die stärkste Kraft im Ort. Dabei setzt sie stets ihre hervorragenden Verbindungen nach Bonn (Michael v. Schmude MdB), Kiel und Ratzeburg zum Wohle Aumühles ein, wie jüngst das Beispiel ?Lärmschutz Bahn AG" zeigt. Ausgebaut wurde besonders unter den Ortsvorsitzenden Heinz Drenger, Dr. Peter Ladendorf und Werner Niemeier neben dem politischen Wirken mit vielen Initiativen auch der Dienst am Bürger: Essen auf Rädern, erst später an das Rote Kreuz übergeben, Theaterfahrten (bis zu 150 Teilnehmer!), Städtefahrten und Veranstaltungen wie Kinderfasching und Weihnachtsfeier für Senioren seien als Beispiele genannt.  

 
 
 

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